Performance Optimierung für Einsteiger

  in Webdesign, WordPress

Die Schnelligkeit mit der eine Website lädt ist entscheidend für ihren Erfolg. Abgesehen vom Google Ranking bestimmt die Ladegeschwindigkeit über Besucherzahlen. In diesem Artikel soll es um Performance Optimierung gehen, für die Du kaum technisches Vorwissen benötigst.

Studien haben gezeigt, dass die Aufmerksamkeitspanne der Menschen in der westlichen Welt vom Jahr 2000 bis heute von 12 auf 8 Sekunden gesunken ist. Strangeloop Networks haben in Zusammenarbeit mit Amazon und Google festgestellt, dass schon 1 Sekunde mehr Ladezeit 7% weniger Konversion, 11% weniger Seitenaufrufe und 16% Rückgang in der Kundenzufriedenheit zur Folge hatte.

Das Thema WordPress Performance ist so umfangreich, dass wir uns entschieden haben, es für den Anfang in zwei Artikel zu unterzubringen. Heute soll es um Praktiken gehen, die wenig technisch sind und einfach zu den guten Gewohnheiten im Umgang mit WordPress zählen.

Performance messen

Erst einmal ist es wichtig, dass Du weißt, wie schnell deine Website wirklich ist. Wenn Du es auf Deinem eigenem Browser testest, wird er die Seite wahrscheinlich noch im Cache haben und sie deshalb sehr viel schneller laden als der Browser eines neuen Besuchers. Tools wie Pingdom oder GTMetrics geben Dir die Möglichkeit, Deine Site von verschieden Orten aus zu testen. Eine gute Ladezeit liegt bei unter zwei Sekunden und mit jeden der hier vorgestellten Tipps kannst Du ein paar Millisekunden herausholen um das zu erreichen.

Ein Caching Plugin verwenden

Mehr eine goldene Regel als eine gute Gewohnheit ist der Gebrauch eines Caching Plugins für WordPress. Dadurch werden Bilder, Logos, HTML, CSS-Dateien und Javascript nicht jedesmal neu heruntergeladen sondern im Browsercache des Nutzers für eine bestimmte Zeit zwischengespeichert. Da WordPress nun die Seite nicht erst mittels Datenbankzugriffen und PHP schreiben muss und dann die HTML Daten plus alle Dateien verschickt, wird die Ladezeit mächtig verkürzt. Für das Caching gibt es viele Plugins mit unterschiedlichen Funktionen. Wir nutzen hier bei medienvirus das W3 Total Cache und können es uneingeschränkt empfehlen.

Bilder optimieren

Bilder sind im Umgang mit WordPress ein wichtiges Thema und wir haben es in diesem Artikel ausführlich behandelt. An dieser Stelle sei nur erwähnt, dass zwei Dinge bei der Optimierung von Bildern für das Web zu beachten sind. Erstens das Format und zweitens die Dateigröße. Deine Bilder sollten das richtige Format haben, sodass WordPress sie nicht unnötig in das richtige Format zuschneiden muss. So wird auch die Dateigröße möglichst kleingehalten. Wenn Du kein Zugang zu Photoshop hast, empfehlen wir Dir folgende alternative Vorgehensweise.

Gehe auf fotor.com und dann auf Bearbeiten. Hier kannst Du unter Crop den perfekten Bildauschnitt wählen. Verändere dann die Bildgröße unter Resize auf die maximal Pixelanzahl, die dein Bild in der Breite haben soll. Für große Beitragsbilder sind das in der Regel nicht mehr als 900px, für Bilder die den gesamten Bildschirm ausfüllen 1200px. Achte dabei darauf, dass das Schloss angewählt ist, um das Seitenverhältnis beizubehalten. Anschließend kannst Du das Bild bei Bedarf noch nachbearbeiten. Fotor ist hier wirklich sehr einfach zu bedienen und bevor ich professionelle Programme wie Photoshop verwendete, war es lange Zeit mein liebstes Tool für diese Sachen. Wenn Du das Bild heruntergeladen hast, gehe zu TinyPNG und lade es dort gleich wieder hoch. TinyPNG wird die Dateigröße in der Regel noch einmal um gut die Hälfte reduzieren, sodass Du im besten Fall bei unter hundert KB landest.

Auszüge anzeigen auf Startseite und Archiven

Per Voreinstellung zeigt WordPress auf allen Archivseiten und der Startseite die kompletten Artikel an. Das kann zu einer extrem großen Seite mit entsprechender Ladezeit führen. Außerdem besteht für den Nutzer dann kein Grund mehr, den Artikel selbst anzuklicken, was weniger Seitenaufrufe insgesamt zur Folge hat. Um Auszüge auf allen Archivseiten anzuzeigen, gehe auf Einstellungen » Lesen und wähle unter Zeige im Newsfeed » Kurzfassung.

Kommentare paginieren

Wenn Deine Beiträge viele Kommentare bekommen, also mehr als 25, dann ist es sinnvoll, sie auf mehrere Seiten aufzuteilen. Unter Einstellungen » Diskussion kannst du Anzahl der angezeigten Kommentare einstellen und sie auf Seiten umbrechen. Eine detaillierte Anleitung findest Du hier.

Wähle ein schlankes Theme

Themes für WordPress gibt es heute wie Sand am Meer und viele von ihnen beeindrucken durch die neuesten Parallax Effekte, stylishe Galerien und jede Menge Animationen. Hier solltest Du äußerste Vorsicht walten lassen, denn oft genug sind solche Themes einfach nur mit Effekten überladen, während an Themen wie Sicherheit und Performance gespart wurde. Auf lange Sicht fährst Du hier mit einem schlanken Theme und ein paar hochwertigen Plugins wesentlich besser und ersparst dir viel Ärger in der Zukunft.

Das war`s. Wir hoffen Du hast jetzt gelernt, dein WordPress schneller zu machen und die Performance zu optimieren. Wenn du einen dieser Tipps ausprobierst, vergiss nicht, die Schnelligkeit der Website vorher und hinterher zu messen und teile uns Deine Ergebnisse in den Kommentaren mit.

Michael Abend
Michael ist Webentwickler aus Berlin. Er arbeitet für medienvirus und schreibt hin und wieder ein paar Zeilen für diesen Blog. In seiner Freizeit liest er gern gute Bücher und erobert Berlin mit dem Fahrrad.
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