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Nun ja. Diese Frage bekommen wir häufiger gestellt.

Fakt ist: Wir müssen uns nicht rechtfertigen. Und der folgende Text ist auch nicht als Solche zu verstehen.

Da dieser Schritt jedoch derzeit noch eher die Ausnahme von der Regel ist, wollen wir zumindest erklären, wie es dazu kommt und warum wir diesen Schritt gegangen sind.

20 Jahre zuvor…

Eine kleine Reise in die Vergangenheit: Vor 20 Jahren war die Digitale-Kreativ Branche noch blutjung. PCs, Macs und allen voran das Internet waren etwas für Fans, Gamer und Enthusiasten. Photoshop war gerade einmal 10 Jahre alt und ein Geheimtipp, der nur unter vorgehaltener Hand in ausgewählten Kreisen rumgereicht wurde. Schnelle DSL Anschlüsse gab es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal knappe 2 Jahre. Kurz: Die allermeisten Menschen hielten das Internet und alle Randerscheinungen für einen Trend aka Neuland, das bestimmt bald wieder verschwinden würde.

Zu diesem Zeitpunkt gab es kaum feste Jobdefinitionen. Jeder gab sich Rang und Namen, wie es ihm beliebte oder gängige Bezeichnungen aus der Print-Werbebranche wurden übernommen. Ein Artdirector für den Printbereich war identisch zu einem rein Digitalen. Dabei entstand viel Gutes, aber auch viel Nonsens.

Es gab gefühlt mehr erfolgreiche Quereinsteiger als studierte Fachkräfte. In diesen chaotischen, aber auch irgendwie spaßigen Pionierjahren glich alles eher einem Herumprobieren und nächtelangen herantasten, herausfinden und neu machen. Die Zeit war beseelt von einem wundervollen Erfindergeist. Jeder Tag war ein Abenteuer. Es hatte eher etwas Kindliches, denn professionell-Erwachsenes.

Nur logisch, dass rasch der Eindruck entstand, dass man für nicht geleistete Arbeit auch nichts bezahlen müsse. Warum für das „rumprobieren“ eines Menschen etwas bezahlen? Vor allem, wenn dieser so viel Spaß an der Arbeit hatte. Das ging ja gar nicht. Arbeit müsse schließlich anstrengend, schweißtreibend und jeder Euro mühselig erkämpft sein, oder? Man bezahlt ja schließlich für Resultate und nicht für das, was nicht gekonnt wird. Sonst bräuchte man ja keinen Profi, richtig?

Nun – zum Teil mag das wahr sein. Zu einem größeren anderen Teil ist das jedoch vollkommener Unsinn. Letztlich entlohnt man auch Friseurlehrlinge ordentlich. Oder viele, viele andere lang etablierte Berufsbilder, in denen das oben beschriebene „herumprobieren“ zum Alltag gehört.

Und Hand aufs Herz: Wo möchtest Du lieber sitzen? Bei einer FriseurIn, die Spaß an Ihrer Arbeit hat oder bei einer, die schweigend vor sich hingrummelt und Du als zahlender Kunde eher den Eindruck hast, dass Du mit Deiner Anwesenheit störst?

Eben.

Die Kreativbranche ist schon lange Erwachsen geworden

Bleiben wir einen Augenblick bei der Friseurmetapher. Die Frage ist:

„Wo ist der Unterschied zwischen einer WebdesignerIn und einer FriseurIn?“

Die Antwort: Keiner.

Also kaum einer.

Den Beruf der FriseurIn gibt es halt nur mal gerade eben knappe 5.000 Jahre länger. Also nur minimal länger als den der WebdesignerIn. Für die FriseurIn: Genug Zeit sich zu professionalisieren und jede Minute, alles eingesetzte Material, Mitarbeiterkosten und den organisatorischen Overhead ganz klar und unmissverständlich in Euro zu benennen. Plus die selbstverständliche Gewinnmarge einzukalkulieren. Das mag von FriseurIn zu FriseurIn unterschiedliche Preis- und Gewinnmargen ergeben.

Nichtsdestotrotz würde kein Mensch auf die Idee kommen, sich bei einem Friseur – übrigens egal ob Lehrling, Meister oder Starfriseur – für eine Stunde hinzusetzen und dafür nichts zu bezahlen. Wir sind vielleicht maximal kurz baff-erstaunt über den Preis, aber den wissen wir in der Regel vorher. Wir haben die Wahl.

Die Kreativbranche, WebdesignerInnen und zahlreiche artverwandte Berufe, insbesondere Dienstleistungsberufe haben dieses eigentlich selbstverständliche Prinzip, das auch bei jedem Supermarkt an der Kasse stattfindet, bis heute nur sehr unzureichend umgesetzt.

Aber es macht doch sonst niemand!

Ja, mag sein. Noch.

Wir tun es nun ab sofort. Vor allen Dingen wollen wir damit einen wichtigen und richtigen Schritt machen. Denn letztlich kommt diese Maßnahme allen zugute.

Wir vergeben nur Termine an zahlende Kunden. Das schafft Transparenz, Professionalität und Wert. Zudem schaltet dieses Vorgehen auch wertvolle Zeit frei, die wir sinnvoller in Dein Projekt investieren können. Wir werden weniger unterbrochen durch Termine, die nicht rechtzeitig abgesagt werden oder die man ohne das ganze Drumherum auch wesentlich kürzer hätte halten können.

Wir sind nicht erst seit gestern auf einem Level, bei welchem wir mit Fug und Recht behaupten dürfen, das jede Minute, die Du mit uns in einem Zoom-Meeting steckst, für Dich Wert erzeugt. Vorausgesetzt Du nutzt unsere über die Jahre gewachsene Expertise und setzt die Themen, die wir besprechen, auch in die Tat um. Doch das ist eine andere Geschichte. 😉

Wir sind davon überzeugt, dass dieses Vorgehen in den kommenden Jahren schule macht und sich die Branche immer mehr professionalisiert. Wir sehen es bereits jetzt, da es im Internet immer weniger „Gratis & umsonst“ gibt. Das merkt man an Details, wie z. B. das Tageszeitungen immer mehr und mehr Paid Content haben oder das es immer weniger Premiumplugins als Lifetime-Einmalzahlungen bekommt, sondern diese nur noch als Mietmodell verfügbar sind. Gute Leistung muss nicht nur bezahlt werden, sondern muss sich lohnen. Sonst steht dafür niemand auf und wird sie schon gar nicht dauerhaft aufrechterhalten können.

„Eine FriseurIn geht keinen einzigen Tag gratis zur Arbeit, nur weil es alle so machen.“

Dieses Szenario hört sich so unkomfortabel an, das dieser Satz vermutlich eine gehörige Dissonanz in Deinem Gehirn erzeugt. Daher wird es zur Selbstverständlichkeit werden, dass man für seine Leistung – auch im Vorfeld – bezahlt wird.
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